288 Sportler machten für das 24-Stunden-MTB-Rennen den Stöffel-Park zum Lagerplatz

Freude über das Durchhalten, den Sieg über den eigenen Körper, die Teamleistung und neue persönliche Rekorde… Nach 24 Stunden Fahren mit dem Mountainbike herrscht gute Stimmung im Stöffel-Park.  Allenthalben sind jetzt entspannte  Gesichter zu sehen. 288 Sportler haben für das 24-h-MTB-Rennen

den Stöffel-Park zum Lagerplatz gemacht. Die Plätze konnten sich die Camper selbst aussuchen, auf der Suche nach Schatten rückte man auch schon mal zusammen, berichtet Hans-Christian Mager, der Organisator - oder eher: Verfechter des friedlichen Chaos-Prinzips.

Fotos: Tatjana Steindorf

„Denn wenn ein anderer die Plätze verteilt, fühlt man sich schnell benachteiligt und Unzufriedenheit kommt auf“, erklärt er und preist die Freiheiten, die sich die Teilnehmer hier nehmen können. Das ist eine Spezialität von Martin Rudolph (Geschäftsführer des Stöffel-Parks)  – was möglich ist und nicht unnötig gewagt, ist zunächst einmal nicht ganz von der Hand weisen. Hauptsache, alle sind glücklich.

Foto: Martin Rudolph

Und davon hat er sich selbst überzeugt. Bei der Preisverleihung auf der Open-Air-Bühne fasst Rudolph seine Beobachtungen von den Rundgängen zusammen. Zum ersten Mal seit vier Jahren hat es nicht geregnet beim MTB-Rennen. Diesmal ließen es die Sportler in der Hitze ordentlich stauben. Nachts waren die Dopingmittel im Fahrerlager zu begutachten: Bier in allen Variationen – Vieles davon alkoholfrei. In den frühen Morgenstunden radelten die Teilnehmer – ob als Einzelkämpfer, als Zweier-, Vierer- oder Achterteam unterwegs – dann durch den Nebel.


Den Wettkampf hat Mager als „sehr fair empfunden“ – die gröbste Gemeinheit habe sich wohl ein  radelnder Hesse geleistet,  der einem Kontrahenten versprach: „Isch vernasche disch, du Offenbacher!“  

Es habe eine extreme Steigung des sportlichen Fahrerfeldes gegeben, sagt Mager. Frauen und Männer und Kinder waren dabei – zwischen 14 Jahren und 60 plus. „Die Strecke ist sehr anspruchsvoll zu fahren, das schätzen auch Topfahrer“, erklärt er.  


Für das wohlwollende und großzügige Handling dankt er der Gemeinde Enspel und dem Stöffel-Park sozusagen im Namen der „Stöffel-Race-MTB-Familie“.  Und er würdigt die große mentale Stärke der Frauen und Männer beim 24-Stunden-Rennen... „Voll geil“, lautet sein Lob.
Ein Achterteam besteht zum Beispiel aus Beschäftigten der Firma Kempf, die von Fa. Kind (Fahrzeuglackierung) gesponsort werden, wie Mathias Boller erläutert. Ein anderes Achterteam nennt sich „Wäller Biker’s Club“. Hier erzählt Matthias Gutmann, dass sie nicht nur an ihren eigenen Spaß denken wollten und daher für die Krebshilfe Gieleroth Spenden sammeln. Viele der anderen Teilnehmer haben schon Geld in ihr  Sparschwein geschmissen, und über Sponsoren sollen rund 1300 Euro zusammenkommen. Ein toller Erfolg, über den sich alle freuen.   


Für das Podium werden noch einmal alle Kräfte aufgeboten. Die Gewinner sind besonders gefordert, den ersten Platz zu erklettern, die Beinmuskulatur spielt scheintot. Das gegenseitige Gratulieren ist herzlich, der Stolz auf die eigene Leistung auf sowieso klar, dafür braucht es keine besondere Platzierung. Auch Kids waren mit dabei. Jeder nimmt sich seinen Pokal in Form eines Stöffel-Race-Gedenkstein mit.