Geschichtswerkstatt besuchte DRK Seniorenwohnpark Schlossblick Westerburg

Westerburg steht im Jahre 2017 ganz im Zeichen der 725 Jahr-Feier der Stadt- und Marktrechte. Jetzt statteten Mitglieder der Geschichtswerkstatt Westerburg dem DRK Seniorenwohnpark Schlossblick Westerburg einen Besuch ab und luden die Bewohner zu einer kleinen Zeitreise ein. Unter dem Motto

„Bilder aus der alten Zeit“ ließen die gezeigten Fotos bei den anwesenden Senioren viele Erinnerungen wach werden.

Zunächst hießen Heim- und Pflegedienstleiter Frank Lange und Sozialbetreuerin Nina Seel die beiden Mitglieder der Geschichtswerkstatt Westerburg, Horst Jung und Dieter Kaiser, herzlich willkommen.


Wie von den beiden Herren zu erfahren war, bekam die Geschichtswerkstatt Westerburg, die zum Westerwaldverein gehört, im vergangenen Jahr aus dem Nachlass von Willi Kaesberger eine große Menge schwarz-weiß Glas-Negative, die teils 100 Jahre alt sind, zur Verwendung geschenkt. „Auch haben wir seit Jahren einen Karton mit Reproduktionen alter Fotos auf Planfilmen in unterschiedlicher Größen im Besitz“, ergänzt Horst Jung.

Dieser hat sich über sechs Monate hinweg die Mühe gemacht und sämtliches Material auf einem speziellen Scanner eingelesen. Das Resultat sind 350 digitalisierte Fotos aus der Zeit von vor 1900 bis 1995. An diesem Tag wurden diese Fotos auf eine große Leinwand projiziert, so dass die Senioren diese gut sehen konnten.


Den Auftakt machte das Foto von einem alten Kupferstich aus dem Jahre 1815, das Westerburg aus Richtung Hergenroth zeigt. Dieter Kaiser wusste zu jedem der Bilder eine kleine Anmerkung zu machen oder gar eine kurze Geschichte zu erzählen. „Die Wächter des Schlosses konnten vom Bergfried aus nahende Feinde ausmachen. Der Blick reicht bei guter Sicht bis hinab zum Feldberg“, so Kaiser. Auf einem der vielen Bilder war zu sehen, wie die Wäsche am Bach zum Bleichen ausgelegt war. „Moderne Waschmittel waren zur damaligen Zeit noch nicht vorhanden“, so die Erklärung.

                               Erinnerungen wurden wach
Die Lage der Herrschaft von Westerburg, die erst später zur Grafschaft wurde, war ebenso zu sehen, wie die seinerzeit 900 Meter lange Stadtmauer, die das kleine Städtchen umschloss.

Zugänge gab es über die drei Stadttore. „Außerhalb waren die Bauern angesiedelt“, berichtete Kaiser weiter. So war Westerburg einmal in Oberflecken und Unterflecken unterteilt und hatte auch zwei Bürgermeister, „was immer wieder für Meinungsverschiedenheiten sorgte“, merkte Kaiser an.
Eine Werbeanzeige für Hüte und Mützen nahm er zum Anlass, mit einigen Worten auf die „Kappemacher“ von Westerburg einzugehen. Beim Anblick des Ladens von Ella Fuckert erinnerte sich ein Bewohner an das alte braune Schaukelpferd, welches damals eine Besonderheit in dem Geschäft war.

Der Bau der Eisenbahnbrücke, die Ansiedlung der Kaserne und die ständige Weiterentwicklung des zunächst kleinen Städtchens waren ebenso zu sehen, wie viele markante Häuser, Plätze und Straßen. Bilder der Westerburger Schulklassen von 1900 und 1904 waren ebenso zu sehen wie die überwiegend aus Fachwerkhäusern bestehende Unterstadt im Jahre 1906. Fundierte Hintergrundinformationen und Anekdoten von Dieter Kaiser ergänzten die rund zweistündige Bilderpräsentation, die schließlich mit kräftigem Beifall belohnt wurde.
Es bleibt noch anzumerken dass die beiden Mitglieder der Geschichtswerkstatt in der kurzen Zeit lediglich etwa 100 Bilder, ungefähr bis zum Jahr 1920, zeigen konnten. Die weiteren 400 Bilder der
Jahre von 1920 - 1995 zeigt die Geschichtswerkstatt auf Wunsch aber gerne bei einem Folgetermin.


Sozialbetreuerin Nina Seel sprach den Mitgliedern der Geschichtswerkstatt im Namen aller Anwesenden für die interessante und kurzweilige Vorführung ihren besonderen Dank aus.  (Text und Foto: Ulrike Preis)