Hannah Braun referierte beim Netzwerk für das Alter- Hoher Westerwald

Wenn plötzlich ein geliebter Mensch, naher Verwandter oder Bekannter schwer erkrankt oder aus dem Leben gerissen wird, verändert sich das eigene Leben. Es fehlt an einem alten vertrauten Gesprächspartner. Während dieser schwierigen Lebensphase berät und begleitet der Hospizverein Westerwald einen

trauernden Menschen. Wie diese Arbeit im Einzelnen aussieht, dies schilderte Hannah Braun vom Hospizverein Westerwald bei der Veranstaltung im Seniorenwohnpark Schlossblick „Der Umgang mit Trauer und Möglichkeiten der Begleitung des letzten Lebensweges“. Sie ging mit den Besuchern dabei in einen einfühlsamen Dialog. Die Veranstaltung fand im Rahmen der Vortragsreihe „Redezeit für Angehörige“ vom Veranstalter Netzwerk für das Alter – Hoher Westerwald statt.

Mit der Trauer leben Lernen -  davon erzählt Hannah Braun (links) vom Hospizverein Westerwald, als sie zu Gast war beim Netzwerk für das Alter- Hoher Westerwald (Frank Lange und Sybille Stuart von links).

Jeder geht mit Trauer anders um. Trauer ist in unserer Gesellschaft ein oft verdrängter Gefühlszustand und die damit verbundenen Gedanken verursachen neben der Einsamkeit auch Angst. „Doch die Menschen müssen mit ihren Gedanken nicht alleine sein. Das breitgefächerte Trauerangebot des Hospizvereins bietet hier Trauernden vielfältigen Austausch mit Gleichbetroffenen“, sagt Hannah Braun. Einem Trauernden helfe es, dass jemand da ist und einfach zuhört. Es spiele keine Rolle, wenn einem die Worte fehlen – es sei einfach nur wichtig da zu sein.

Frank Lange, Einrichtungsleiter im DRK Seniorenwohnpark Schlossblick, ist langjähriges Mitglied im Netzwerk für das Alter - Hoher Westerwald. Ihm ist es wichtig, dass Menschen den Raum bei einer solchen Veranstaltung erhalten, über ihre Gefühle zu sprechen. Deswegen hat er sich dieses Thema auf die Fahne geschrieben und fragte zum zweiten Mal den Hospizverein an, über Trauer in seinem Haus zu referieren. Auch in der stationären Einrichtung gebe es - trotz aller Professionalität - das Angebot von Gesprächskreisen für die Mitarbeiter nach dem Tod eines Bewohners. „Eine Möglichkeit des Austausches nach besonders schweren Sterbefällen wird immer wieder gerne von den Mitarbeitern angenommen“, sagt Lange.

Hannah Braun ist eine von zehn ehrenamtlichen Hospizbegleitern vom Hospizverein Westerwald. Der Verein bietet unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten an. Die Ehrenamtlichen kommen zum Beispiel zur Trauerbegleitung nach Hause. Auch bietet der ehrenamtlich arbeitende Verein jeden ersten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr in Montabaur ein Trauercafé und jeden dritten Donnerstag einen Trauertreff „Gezeitenwechsel“ in Hachenburg an. Daneben wird einmal im Jahr eine Trauergruppe für Erwachsene angeboten, die sich an zehn Abenden trifft.  Für trauernde Eltern gibt es eine Kindertrauergruppe in Montabaur. Vierteljährlich findet eine Wanderung für Trauernde statt. Im Juni soll das stationäre Hospiz St. Thomas in Dernbach eröffnet werden.