Herbstmodellbahntag im Erlebnisbahnhof Westerburg

Wenn die Westerwälder Eisenbahnfreunde (WEF) zu ihrem traditionellen Herbst-Modellbahntag einladen, dann ist für manche Sammler aus der Region in gewisser Weise schon Weihnachten. Denn an diesem Tag erfüllen sich für sie teils lang gehegte Wünsche. So auch für Gerhard Schneider aus Stahlhofen.

Neben Ehefrau Marianne war auch Tochter Christina dabei. „Papa hat mich schon im Grundschulalter dazu gebracht“, berichtet die 26-Jährige über das gemeinsame Hobby.

An diesem Tag nahmen sie sich gemeinsam Zeit, in aller Ruhe die breit gefächerte Auswahl an den insgesamt 120 Meter langen Verkaufsständen zu begutachten.

22 Anbieter präsentierten alles, was das Herz der Liebhaber höher schlagen ließ. Kaufen, tauschen und fachsimpeln war angesagt.

Zwölf Meter davon hatte allein Karl-Heinz Müller aus Welschneudorf bestückt. Er möchte seine Sammlung nun altersbedingt auflösen und bot deshalb vieles zum halben Preis an. Müller fungiert als zweiter Vorsitzender und hat vor mehr als zehn Jahren den Westerburger Modellbahntag aufgebaut.

Zum ersten Mal dabei war jetzt Andreas Stauder aus Ingelheim. Im Gepäck hatte er einige Alu-Koffer, deren Innenleben aus einer Winterlandschaft bestand, in der kleine Eisenbahnen ihre Runden drehten.

Bei Problemen half Lok-Doktor Horst Kemmann aus Niederelbert, der allerlei Ersatz- und Reparaturteile dabei hatte und auch gerne Ratschläge gab.


Die Lust auf eine Fahrt mit einer großen Dampflok weckte der Besuch bei Lilya und Andreas Kruse aus Langendernbach, die mit Sohn Marlon schließlich eine Fahrt mit der Handhebel-Draisine genossen.

Zuvor hatte der Schüler noch ebenso wie andere kleine und große Besucher fasziniert die Modellbahnen beobachtet, die auf der rund 50 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche ihre Runden drehten.

Zu den fleißigen Helfern zählte dort Benjamin Leiter. Der 16-Jährige wohnt in Kölbingen, ist das jüngste aktive Mitglieder der Westerburger Eisenbahnfreunde und möchte gerne als Lokführer sein Hobby zum Beruf machen.


Draußen im Freien drehte die Kindereisenbahn „Rumpelchen“ ihre Runden und lud zum Mitfahren ein.

Mit lautem Zischen und reichlich Dampf zog einige Meter weiter eine alte Dampfmaschine Marke Eigenbau die Blicke auf sich. Betreut wurde das gute Stück von Christoph Stahl aus Oberroßbach, ein Freund des stolzen Besitzers Alfons Hölper aus Pottum.

Für das leibliche Wohl sorgten die Gastgeber mit Kaffee und Kuchen sowie Herzhaftem vom Grill, so dass sich die Besucher gerne zum längeren Verweilen einladen ließen. So manch einer machte dann noch einen Abstecher in Deutschlands erstes und damit einziges Eisenbahnplakat-Museum, das im Bahnhofsgebäude zum Anschauen einlud . (Text und Foto: Ulrike Preis)