Die VHS Westerburg bietet seit mehr als 50 Jahren Kurse an

Für regelmäßigen Schwimmunterricht für Kinder sorgt die Volkshochschule (VHS) der Verbandsgemeinde Westerburg und das schon seit mehr als 50 Jahren. Im mehr als 50-seitigen Programmangebot bietet der rührige Verein aber auch Aqua-Fitness und Wassergymnastik für Kinder und Erwachsene an.

„Beide Kurse werden seit vielen Jahren sehr gut angenommen“, freut sich der Vorsitzende der VHS Westerburg, Florian Paris. Schwimmen macht Spaß und die Bewegung im Wasser fördert die Gesundheit.

Auch wenn Schwimmunterricht teil des Lehrplans an den Grundschulen ist, so kann doch jeder dritte rheinland-pfälzische Schüler nicht schwimmen. Die VHS Westerburg füllt diesbezüglich in der Verbandsgemeinde Westerburg und den angrenzenden Gemeinden eine Lücke. „In den vergangenen Jahren waren es jährlich durchschnittlich rund 500 Mädchen und Jungen im Alter von fünf bis zehn Jahren, die an den Schwimmkursen teilnahmen“, berichtet VHS-Geschäftsführer Ulrich Hanne. Jedes Jahr gibt es rund 50 Kurse, die 10 Einheiten à 60 Minuten beinhalten. Werbung braucht die VHS hierfür eigentlich nicht zu machen, denn die Nachfrage ist groß.

Als Schwimmlehrer fungieren Jutta Lehnhäuser und Uwe Struck. Die VHS freut sich, dass sie die Lehrschwimmbecken in der Realschule plus in Westerburg (ehemalige Hauptschule) und in der Grundschule St. Barbara in Höhn montags, dienstags und donnerstags nutzen kann.

„Das Wasser könnte etwas wärmer sein“, gibt Uwe Struck bezüglich des 29 Grad Celsius warmen Wassers zu bedenken. Für die Schwimmanfänger könnten es ein paar Grad mehr sein. Sie müssen trotz der scheinbar hohen Wassertemperatur ständig in Bewegung bleiben um eine Auskühlung zu vermeiden.

So auch Marlon Riedel aus Berzhahn. Der Fünfjährige hält sich an der Schwimmnudel fest, während Uwe Struck ihn geduldig durchs Wasser zieht. Nach einiger Zeit hat er seine Angst verloren, fühlt sich wohl und genießt fortan die Schwimmstunde. „Das ist seine zweite Kursstunde“, berichtet Mutter Tanja, die wie einige andere Eltern dabei bleibt und gegebenenfalls helfen und trösten kann, wenn Wasser ins Gesicht kommt. Doch dass das kaum der Fall ist, wird schnell deutlich. Die Kinder sind mit Begeisterung dabei und folgen den Anweisungen ihres Schwimmlehrers. „Auch mir macht es wahnsinnig viel Spaß“, freut sich Struck und ergänzt: „ich habe nur brave Kinder“. Bei ihm laufe der Unterricht mit Geduld und dennoch mit Richtung und Zielstrebigkeit ab. Eltern werden in ihrer Erziehungsarbeit entlastet und müssen nicht ihre eigenen Sprösslingen unter Druck setzen, erzählt der 63-Jährige. Dies kann Tanja Riedel bestätigen, denn auch ihre große Tochter Mara lernte an gleicher Stelle Schwimmen.

25 Jahre lang war Uwe Struck Handballtrainer im Jugendbereich. Vor zehn Jahren entschloss er sich zum Wechsel. Neben Schwimmkursen für Kinder macht er Aqua-Gymnastik, Reha-Sport und Erste Hilfe. „Das sind alles Sachen, die mir Spaß machen. Ich fühle mich wie der der Opa der Kinder“, so Struck. Stolz zeigt Leon Loos aus Halbs Mutter Marion und Schwesterchen Lena, dass er schon ohne Schwimmnudel Bahnen schwimmen kann. „Er hat schon mit vier Jahren begonnen, das ist jetzt sein vierter Kurs“, ist von der Mutter zu erfahren. „Nach der Wassergewöhnung kommen Ausdauer in den Arm- und Beinbewegungen und die Koordination“, erläutert Struck. Jetzt ist Reinspringen angesagt und Emma Jung, Mathilda Lachmann und die beiden Freunde Moritz Reifenberg und Matheo Breuer stellen sich an, so dass einer nach dem anderen sein Können unter Beweis stellen kann.

Seit September ist Johanna Schneider aus Kölbingen mit dabei. Für die Fünfjährige ist es der erste Schwimmkurs. Bis zum Seepferdchen wird es noch etwas dauern. „Ungefähr 25 Prozent machen diese Prüfung, die der Förderverein des Westerwaldbads finanziell unterstützt“, informiert Ulrich Hanne. Das eigentliche Ziel des Schwimmkurses sei das bronzene Abzeichen. Der erfolgreiche Abschluss dieser Prüfung gibt den Eltern die Gewissheit, dass ihre Kinder auch sicher im tieferen Wasser schwimmen und tauchen können.

Dieses Freischwimmer-Abzeichen möchte Leonie Buhs (5) aus Eppenrod noch vor Weihnachten mit nach Hause nehmen. Ihr großer Bruder Philipp (8) hat dies schon vor etwa zwei Jahren geschafft. Jetzt ist er Mitglied der DLRG und besucht dort wöchentlich die Schwimmstunde. Dass die Bewegung auch im hohen Alter noch Spaß macht und fit hält, das machen die Teilnehmer der Aqua-Gymnastik-Kurse deutlich, die später am Abend im gleichen Becken ihre Übungen machen. Die ältesten Teilnehmer sind über 80 Jahre alt und noch immer mit Eifer bei der Sache.