„Welche Illusion steckt in welcher Droge?“

Rückblick auf ein Tagesseminar vom Freundeskreis WesterwaldBild Drogenseminar v1

„Welche Illusion steckt in welcher Droge“ war das Thema eines Tagesseminares vom Freundeskreis Westerwald. Dazu eingeladen war die Suchttherapeutin und systemische Beraterin Christine Müller. Frau Müller kennt die Arbeitsweise vom Freundeskreis Westerwald und seinen Selbsthilfegruppen schon von vorhergehenden Seminaren. Beginn war die Präsentation einiger Drogen sowie die „Hilfsmittel“ welche zur Streckung

der jeweiligen Substanzen eingesetzt werden um beim Dealen so viel wie möglich an Gewinn zu erzielen.

Und gerade das ist so gefährlich bei dem Konsum, da der Konsument nie genau weiß womit die Droge gestreckt wurde. Die Unterscheidung von stoffgebundender Abhängigkeit (Cannabis, Alkohol, Amphetamine, Kokain Medikamente...) sowie nicht stoffgebundender Abhängigkeit (PC, Arbeit, Esssucht, Handy, Spielsucht Co-Abhängigkeit) war das nächste Thema. Meist werden Kombinationen von verschiedenen stoffgebundenen Suchtmittel konsumiert: Eines zum Puschen und eines zum runterkommen. Ein gutes Beispiel brachte Frau Müller mit einer großen Packung Celebration( kleine Schokoriegel). Jeder durfte sich etwas aussuchen was er gerne mochte und so ist es mit den Suchtmitteln: jeder findet das, womit er am besten die Wirkung erreicht was er glaubt für sich zu benötigen. Was oder wie der Weg in die Abhängigkeit führt, musste nicht näher Erläutert werden: (Selbstwert, sozialer Druck, Neugier...)

Bild Drogenseminar v1

Foto: Veranstalter

Doch wie sieht es mit der immer wieder in der Politik diskutierten Frage der Legalisierung von Cannabis aus? Das ist ein Thema was ja auch die Selbsthilfe beschäftigt. Gerade bei jungen Menschen welche noch in der Entwicklung stehen kann der Konsum von Cannabis ungeahnte Spätfolgen haben: Verminderte Reaktionen, Merkfähigkeit, Depressionen Lungenfunktionsstörungen. In Kombination mit Amphetaminen Kokain oder Crystal Meth kann es zu Psychosen und Angststörungen kommen. Legale Abgabe an das Alter gebunden?

Wir in den Selbsthilfegruppen sollten in unserer Haltung offen dafür sein, das ein Drogenabhängiger eventuell keine Drogen mehr nimmt, aber Alkohol konsumiert um vorrübergehend verschiedenen Situationen aushalten zu können. Oder auch die Einnahme von Antidepressiva (z.B. nach einer Psychose) über einen längeren Zeitraum von Nöten ist. Jungen Drogenabhängigen fehlt oftmals die Perspektive, wenn sie clean werden: kein Beruf, soziale Kontakte außerhalb der Szene, sind gleich null, ein strukturierter Alltag ist kaum möglich, 8 Std. arbeiten für Geld was sonst mit dealen in kurzer Zeit verdient wurde….Aber wir müssen auch unsere Grenzen der Hilfsmöglichkeiten kennen und sollten Hilfesuchende an „Hauptamtliche“ verweisen und eventuell den oder die jenige dorthin begleiten. Vertrauen aufbauen ist das A und O in unserer Selbsthilfearbeit.
Die Zeit war eigentlich viel zu kurz um alle Themen länger zu diskutieren und zu verstehen das Lösungen auch in den Selbsthilfegruppen individuell sein sollten.

Freundeskreis Westerwald, Verein für Suchtkrankenhilfe
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