Gruppenkläranlage der VG Westerburg besichtigt

Mitarbeiter der SGD Nord Koblenz informierten sich vor OrtWbg. VG Werke Klaeranlage Besichtigung 07 2018.01 v1

Gerade in den Sommermonaten, wenn die heißen Tage anhalten und wenig Regen fällt, wird es vielen Bürger bewusst, wie wichtig Wasser für Menschen, Tiere und Pflanzen ist. Wasser gehört zu unserem täglichen Leben. Die uneingeschränkte Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser zählt zur Lebensqualität und wird oftmals als

selbstverständlich angesehen.
Mehr als 1.000.000 Kubikmeter Wasser werden jährlich für die Trinkwasserversorgung der rund 23.000 Einwohner und Gewerbetreibenden in der Verbandsgemeinde Westerburg benötigt.

Kürzlich war eine Abordnung von Mitarbeitern der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord aus Koblenz mit den Referatsleiterinnen Anja Hillmann-Stadtfeld und Dr. Martina Schwaderlapp zu Gast bei den Verbandsgemeindewerken der Verbandsgemeinde Westerburg. Werkleiter Jörg Pfaff und VG-Mitarbeiterin Sandra Klees hießen die Besucher auch im Namen von VG-Bürgermeister Gerhard Loos herzlich willkommen.

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Werkleiter Jörg Pfaff (v. re.) führte gemeinsam mit VG-Mitarbeiterin Sandra Klees eine Abordnung von Mitarbeitern der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord aus Koblenz durch die Gruppenkläranlage Westerburg-Gemünden-Härtlingen.

Umfangreiche Aufgaben

„Wir haben immer wieder Besuchergruppen aller Altersstufen. Neben verschiedenen Vereinen aus der Region kommen wöchentlich Schulklassen, um einen Einblick in unsere Arbeit zu bekommen“, berichtete Pfaff über das Interesse aus der Bevölkerung. „Das hätten wir ja gar nicht gedacht, was Sie alles machen und wie umfangreich die Aufgaben sind“, diesen Satz bekämen er und seine Mitarbeiter immer wieder zu hören.

„Wir sorgen unter anderem dafür, dass den Bürgern das Trinkwasser in stets gleichbleibend hoher Qualität zur Verfügung steht“, so der Werkleiter, der den Mitarbeitern der SGD Nord Koblenz nun von den umfangreichen Bauarbeiten rund um die Gruppenkläranlage Westerburg-Gemünden-Härtlingen berichtete. Insgesamt wurden hier für die Abwassergruppe in den vergangenen Jahren rund 26 Millionen Euro investiert!

Die Mitarbeiter der SGD Nord aus Koblenz haben im Rahmen ihrer Aufgaben immer wieder Kontakt mit den Verbandsgemeindewerken Westerburg, wie zum Beispiel der Berechnung des Wassercent und der Abwasserabgabe. Um sich vor Ort selbst ein Bild zu machen und einen Einblick in Arbeit, Vorgänge, Abläufe und Investitionen zu bekommen, besichtigte die Gruppe verschiedene Anlagen.

Zunächst wurde die alte Kläranlage in Westerburg, welche umgebaut und heute noch als Regenüberlaufbecken genutzt wird, in Augenschein genommen. Es folgte der Hochbehälter Obersayn, einer der zentralen Wasserspeicher in der VG für die Verbandsgemeinden Westerburg, Wallmerod und Selters. Nach einem gemeinsamen Mittagessen stand anschließend unter der Leitung von Jörg Pfaff die Besichtigung der Gruppenkläranlage Westerburg-Gemünden-Härtlingen auf dem Programm, die im Jahr 2012 eingeweiht wurde.

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Solare Trocknungsanlage
In der solaren Trockungsanlage werden seit Dezember 2015 Klärschlämme aus den Abwassergruppen Westerburg, Gemünden und Härtlingen sowie aus den Ortsgemeinden Hellenhahn-Schellenberg und Irmtraut, beide aus der Verbandsgemeinde Rennerod, sowie der angelieferten Klärschlämme der Kläranlagen der VG Rennerod angenommen, behandelt und auf bis zu 80 Prozent Trockensubstanz getrocknet.

Ein Großteil des Klärschlamms durchläuft zuvor noch in der Kompaktfaulungsanlage einen Faulungsprozess, bei der das dadurch gewonnene Klärgas ein Blockheizkraftwerk speist. Die hier gewonnene elektrische Energie wird dem Verbrauch auf der Kläranlage zugeführt.

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„Die solare Trocknung gelingt zum Großteil durch Sonneneinstrahlung, sowie mithilfe der Abwärme einer benachbarten Biogasanlage und der Abwärme unseres Blockheizkraftwerks“, erläuterte Pfaff. In diesem Zusammenhang stellte er den Besuchern die „Wilde Wutz Fridolin“ vor. Damit wird der Klärschlamm während des Trockenvorgangs in der Halle von diesem sogenannten „elektrischen Schwein“ permanent gewendet. Nach dem Trockenvorgang, der zwischen zwei Wochen im Sommer und bis zu zehn Wochen im Winter dauern kann, werden die Klärschlämme einer der landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt. (Text und Foto: Ulrike Preis)