Am „Wäller ALLEenweg“ mal eine Pause machen

Sitzgruppe mit Überdachung kann auch von Rollstuhlfahrern genutzt werdenWbg. VG Alleenweg Sitzgarnitur 09 2021.1 v1

Der Rad- und Wanderweg, der über die ehemalige Bahntrasse von Westerburg nach Wallmerod führt, wird täglich von vielen Spaziergängern, Wanderern, Joggern sowie Skater-, Rollschuh- und Radfahrern aller Generationen genutzt. „Wer hier unterwegs ist, der legt auch gerne mal eine Pause ein“, weiß Martin Rudolph, Leiter Tourismus Wäller-Land. Damit der „Wäller ALLEenweg“, wie dieser Weg jetzt bezeichnet wird,

weiter aufgewertet wird, werden derzeit mehrere Sitzgelegenheiten aufgestellt. Gleichzeitig wird der Rad- und Wanderweg weiter behindertengerecht ausgebaut.
Dieser Tage wurde zwischen Westerburg und dem Stadtteil Sainscheid eine Sitzgruppe aufgestellt, die eine Überdachung hat und auch unterfahrbar ist, so dass Rollstuhlfahrer ungehindert an den Tisch heranrollen können. „Weil wir es können und weil wir es brauchen“, fasst Rudolph das Projekt, das von den Mitarbeitern des Bauhofs der Gesellschaft für Freizeit und Tourismus umgesetzt wurde, mit wenigen Worten zusammen. „Der Bedarf ist da, aber die Kosten sind sehr intensiv und die Lieferzeit teilweise sehr lang“, erzählt er von seinen Überlegungen, Tische und Bänke selbst herzustellen, damit diese finanzierbar sind.

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In eigener Herstellung
Als Projekthalle dient dem Bauhof der Verbandsgemeinde Westerburg die Nissenhalle im Stöffel-Park in Enspel. Nachdem die Idee geboren war, wurden Pläne und Materiallisten erstellt. Nach der Anlieferung von Holz, Wellblech, Vierkant-Stahlrohren, Schrauben und Lack und Holzschutzlasur ging es Schritt für Schritt voran. „Es ist eine Wahnsinns-Truppe“, berichtet Rudolph lobend von der tollen Arbeit, die seine Mitarbeiter bei der Umsetzung der Idee geleistet haben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Oder besser gesagt, es kann jetzt angeschaut und ausprobiert werden. „Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den Stromberg“, so Rudolph, der dem „Kind“ gerne noch einen Namen geben möchte. Und der Name ist in diesem Fall schnell gefunden: „Blick zum Stromberg“.

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Beim Aufstellen achten seine Mitarbeiter darauf, dass die Sitzgarnitur so platziert wird, dass die Rollstuhlfahrer ungehindert an den Tisch heranfahren können. Auch ein großer Abfalleimer wird auf dem frisch gepflasterten Platz aufgestellt. Die beiden gegenüberliegenden Sitzbänke haben eine Länge von 2,30 Metern, so dass auf jeder Bank vier Personen Platz nehmen können. Der Tisch misst 3,30 Meter, ist also ein Meter länger als die Bänke. „So haben auch die Rollstuhlfahrer genügend Platz, um gemeinsam mit Familie und Freunden zusammensitzen zu können“, erklärt Rudolph das Konzept. Die Firsthöhe des Wellblechdaches beträgt 2,50 Meter, damit sich niemand den Kopf anstoßen muss.

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Produktion geht weiter
In Kürze sollen noch zwei weitere dieser Sitzgarnituren aufgestellt werden und zwar am Festplatz in Sainscheid sowie in Mähren (VG Wallmerod). „Wenn es die Zeit erlaubt, wird unser Bauhof noch weitere Sitzgarnituren herstellen“, informiert der Tourismus-Chef und möchte gleichzeitig die Werbetrommel für die selbst gebauten Elemente rühren. „Einige Gemeinden haben sich schon gemeldet und ihr Interesse bekundet“, freut er sich über die positive Resonanz. „Mitglieder im Verschönerungsverein werden natürlich günstigere Konditionen bekommen“, gibt er Auskunft. Überdies sollen auf dem Wäller-ALLEenweg noch mehrere Baumelbänke sowie weitere Mülleimer aufgestellt werden. „Wenn alles fertig ist, werden wir gegebenenfalls die Dichte der Bänke erhöhen“, kündete er weitere Ruhebänke an. Die Nutzer des Rad- und Wanderweges wird es freuen. Denn eine kleine Pause wird gerne mal eingelegt.