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Frühjahrs-Alarm im Garten: So stoppen Sie die Asiatische Hornisse rechtzeitig

Der Umweltbeauftrage der VG Westerburg informiertHornisse1 v1

Die Sonne lockt nicht nur uns nach draußen – auch die invasive Asiatische Hornisse (Vespa velutina) erwacht jetzt aus dem Winterschlaf. Da sie unsere heimischen Bienenvölker massiv bedroht, ist Wachsamkeit im Frühjahr entscheidend. Wer die ersten Gründungsnester jetzt entdeckt, kann eine großflächige Ausbreitung im Sommer verhindern. Dazu muss man wissen, das im Spätsommer/

Herbstanfang bis zu 700 Jungköniginnen das Sekundärnest verlassen können. Das bedeutet im Klartext: Honig wird teurer!

Das Erkennungsmerkmal: Die „gelben Socken“
Um die Asiatische Hornisse von unserer geschützten heimischen Hornisse zu unterscheiden, achten Sie auf diese Merkmale:
• Beine: Das markanteste Zeichen sind die gelben Enden der Beine – fast so, als trüge das Insekt gelbe Socken.
• Körper: Sie ist etwas kleiner als die heimische Art. Ihr Hinterleib ist überwiegend dunkel/schwarz mit einer breiten orangefarbenen Binde am Ende.
• Kopf: Von vorne betrachtet ist das Gesicht deutlich orange gefärbt.

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Foto: Rolf Koch

Die Suche nach dem „Primärnest“
Im Frühjahr (ab März/April) bauen die Jungköniginnen ihre ersten Gründungsnester (Primärnester). Diese sind anfangs nur etwa so groß wie ein Tischtennisball oder eine Orange. Die Nester können noch gut bekämpft werden, aber Achtung! Lieber nicht selber, denn die Asiatische Hornisse ist höchst agressiv.
• Standorte: Suchen Sie an geschützten, niedrigen Stellen (meist unter 2 Meter Höhe) wie in Geräteschuppen, Carports, Hecken oder sogar in Vogelhäuschen. Ganz besonders beliebt sind die Aufbewahrungsboxen der Gartenmöbel-Sitzauflagen.
• Besonderheit: Das Einflugloch der asiatischen Art befindet sich im Gegensatz zur heimischen Hornisse meist seitlich.
Das „Sekundärnest“ ist später hoch in den Bäumen zu finden und kaum noch zu lokalisieren. Es hat die Größe von 60 – 100 cm und das entspricht in Etwa die Größe eines Basketballs oder Medizinballs. Das Nest beherbergt bis zu 2000 Hornissen, die Hochaggressiv sind. Die Nester zu beseitigen können nur Spezialfirmen.
Bild vom Nest
Jetzt beim Spazieren gehen mal auf die unbelaubten Baumwipfel achten!
Richtiges Verhalten: Melden statt Handeln
Obwohl die Asiatische Hornisse in vielen Regionen bereits als „etabliert“ gilt und keine generelle staatliche Bekämpfungspflicht mehr besteht, ist das Melden für den Schutz der Artenvielfalt weiterhin enorm wichtig.
1. Nicht eigenmächtig bekämpfen: Die Tiere verteidigen ihr Nest bei Erschütterung sehr aggressiv. Der Stachel kann sogar dicke Kleidung durchdringen.
Bild vom Stachel
2. Foto machen: Versuchen Sie, ein sicheres Foto oder Video des Tieres oder Nests zu machen.
3. Fund melden: Nutzen Sie das offizielle Portale für Rheinland-Pfalz wie den Artenfinder (RLP) oder melden sie den Fund an die Untere Naturschutzbehörde des Westerwaldkreises (Kreisverwaltung) in Montabauer.

Rolf Koch
Beauftragter für Umwelt- und Naturschutz
Berater für Wespen und Hornissen in der VG Westerburg