Ute Sagel fasziniert die Spuren des Lebens

Die „Schönheit des Alters“ - Kunstausstellung im Stöffelpark in EnspelUte Sagel Mitte 1 TaSt v1

Die „Schönheit des Alters“, wie auch die neue Kunstausstellung im Stöffel-Park heißt, wird nicht oft genug gewürdigt. Wie schade das ist, zeigt ein Ausschnitt von Werken einer Malerin, die dieses Hobby (erst) seit ihrer Pensionierung intensiv betreibt. Das Bild einer so wunderschönen wie faltenreichen Dame hat Ute Sagel eines

Tages so angesprochen, dass sie letztlich einen Bilderzyklus kreierte. Bleistiftzeichnungen und Acrylwerke sind von der gebürtigen Frankfurterin jetzt im Café Kohleschuppen zu sehen – täglich von 10 bis 18 Uhr, bis zum 29. August. Der Cafébetrieb findet hier sonn- und feiertags ab 13 Uhr statt.

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von links: Martin Rudolph, Ute Sagel und Marli Bartling (Fotos und Text: Tatjana Steindorf)

So einige dargestellte Gesichter werden dem Betrachter bekannt vorkommen, beispielsweise ist die Schauspielerin Judi Dench darunter. Denn Ute Sagel wählt gerne Fotos als Grundlage aus, die ihr ins Auge stechen. Andere Motive wiederum fotografiert sie selber. Teilweise skizziert sie sie dann, arbeitet sie in Aquarell aus, um dann einige sogar auf Leinwand zu bannen. Derart nähert sie sich der Abbildung, lernt sie kennen, verinnerlicht sie. „So habe ich das Motiv besser im Kopf“, erläutert sie im Gespräch mit Marli Bartling, die sich als Kunstmanagerin im Stöffel-Park versteht.

Ute Sagel stellt viele Porträts aus, die mit Bleistift gezeichnet sind, das liegt der quirligen Frau, denn „das Zeichnen ist schneller, fixer“, sagt sie. Was in der Nähe nach einzelnen Strichen aussieht, wirkt in der Distanz erst richtig. Ihr ist wichtig, Charakteristisches der Person zu zeigen, nicht auf pure Wirkung zu setzen. Gerne setzt Sagel kleine Akzente in Rot, die den Gesichtern Dynamik verleihen. Sie schauen mal schelmisch oder kühl, mal ist ihr Blick sensibel und nachdenklich. Zwei große Gesichter in Acryl strotzen hingegen vor Selbstbewusstsein und Unabhängigkeit. Ein vergnüglicher Anblick. Irgendwie schleicht einem hier der Ohrwurm „Girls just want to have fun“ in den Kopf.

Daneben sind auch Baumbilder in Acryl zu sehen. Das ist auch Schönheit im Alter, meint Sagel. Beide zeigen auf ihre Art Falten; die Risse in der Rinde faszinieren sie, das charakteristische Wachstum, das Knorrige.

Zum Abschluss noch eine herzliche, großzügige Geste: Sie dankt Martin Rudolph, dem Leiter des Stöffel-Parks, wie auch Marli Bartling, indem sie jedem ein Aquarell von sich schenkt. Ein Glas Rosé oder Wasser zum Anstoßen halten die Stöffel-Mitarbeiter bereit – die Ausstellung ist nun eröffnet, interessierte Betrachter sind willkommen.

Ute Sagel, geboren in Frankfurt am Main, aufgewachsen in Gelsenkirchen, findet im Westerwald die von ihr lang vermisste Ruhe und Natur. In Neustadt an der Wied hat sie ein Feriendomizil. Ihr Wohnsitz ist heute im Emsland, in Wettrup. Daher wechselt die Ausstellung im Spätsommer von Enspel nach Lingen an der Ems, ins Theater an der Wilhelmshöhe. Dort wird sie am 23. September, 11 Uhr, eröffnet.