Der Tag der offenen Lokschuppentür ist in Enspel gefeiert worden.

Lok 2 soll am „kranken Herzen operiert“ werden  Verladestation Anschl Adrian Pascal Hans Christoph tast

Wer hätte 1902 gedacht, dass der „Anschuss Adrian“ – eine Verladestation der Bahn in Enspel am Fuße des Stöffel-Parks – ein so nostalgischer Ort werden würde?  Aus dem Dornröschenschlaf haben ihn einige Eisenbahnliebhaber geholt – und das Gestrüpp drum herum bereits kräftig zurückgestutzt. Der Lokschuppen sieht sehr ordentlich aus, ein kleiner Büroraum ist nun ebenfalls nutzbar – und bald sollen

davor auch noch Betonplatten gelegt werden, die als Restware umsonst zu haben ist. Außerdem gilt es noch, weitere Gefahrenstellen zu beseitigen. „Seit drei Jahren sind wir dran“, sagt Christoph Stahl.
Um den Sanierungsfortschritt zu feiern, aber auch den Geburtstag der nun 70-jährigen „Lok 2“, dazu haben die Aktiven und der Stöffelverein eingeladen

Verladestation Anschl Adrian Pascal Hans Christoph tast

zu sehen sind von links: Pascal Woschnitza, Hans Pietsch, Christoph Stahl  - Bild: Tatjana Steindorf

Lok 2 soll leben!
Bekümmert weist Christoph Stahl auf das „sehr kranke Geburtstagskind“ hin. Diagnose: Motorschaden! Die Pleuellager sind kaputt, das macht ihm und seinen Mitstreitern Sorgen. Aber: Lok 2 – Fa. Jung Jungenthal, auch ZN 233 genannt – soll alle Fürsorge erhalten und reanimiert werden... Das kostet einiges, denn gerade für das Modell gibt es keine Ersatzteile auf dem Markt, sie müssen eigens angefertigt werden. Außerdem soll sie rundum restauriert werden, um sie technisch wie optisch zu verjüngen. Es ist ein Projekt, das mit viel Liebe und Geduld, aber auch Geld durchgeführt wird.

Tuff, tuff, tuff, die Eisenbahn
Der Tag des offenen Lokschuppens ist auch dafür da, Spendengelder einzunehmen. Daher fährt die zweite eiserne Prinzessinnen, Lok 1, munter hin und her – 400 Meter. Die Fahrgäste haben ihre Freude und warten gerne, dass sie an der Reihe sind. Bratwürste gibt es auch. Die Kulisse wird noch schöner durch die Oldtimer-Lkw von Jürgen Baldus (Enspel). Ein Fahrzeug steht neben den Gleisen, das andere hoch oben über den Gleisen der Verladestation.

So sah es ab den 1950er-Jahren aus, wenn die Förderbänder mal nicht funktionierten. Dann fuhren die Lastkraftwagen das Gesteinsmaterial zur Bahnverladung an den Anschluss Adrian. Hier wurde der Basalt auf das letzte Stück Förderband gekippt, von wo aus er in die Güterwagen gelangte.
Beide Loks haben einige Jahrzehnte in Enspel ihren Dienst geleistet. Bis in die 1990er-Jahre nutzte sie die Firma Adrian.

Drei Alterstufen – ein Hobby
Lokomotivführer Christoph Hein und andere haben sie aus ihrem Dornröschenschlaf befreit. Heute kümmern sich in erster Linie Christoph Stahl (Oberroßbach), Hans Pietsch – auch Mitglied bei den Westerwälder Eisenbahnfreunden 44 508 e.V., Westerburg – und der Teenager Pascal Woschnitza (Birlenbach) um das Gelände, die Gebäude und die Loks. Drei verschiedene Altersstufen vereint hier ein großes Interesse an Technik und Oldtimern. Der junge Mann erzählt, dass er schon mit sieben Jahren mit Begeisterung bei Oldtimertreffen dabei war. Autos sind nicht sein Ding, es müssen schon Traktoren oder Loks sein, so Pascal Woschnitza, der in Enspel auch den Fahrdienst unterstützt.
Lok 2 braucht Unterstützung
Spenden für die Lok 2 nimmt der Stöffelverein entgegen. Bitte das Stichwort „Lok 2“ angeben. Kontoverbindung:
Sparkasse Westerwald-Sieg, IBAN DE63 5735 1030 0101 1284 29. Der Stöffelverein ist als gemeinnützig anerkannt. Für die Spendenquittung bitte bei der Überweisung Namen und Adresse angeben.
(Text und Fotos: Tatjana Steindorf)