Else Schütz Stiftung spendete Tovertafel für Senioren

Bewohner des EVIM Gertrud-Bucher-Hauses haben beim Spielen viel SpaßWbg GBH Tovertafel 09 2021.02 v1

Im Festsaal des EVIM Alten- und Pflegeheims Gertrud-Bucher-Haus in Westerburg ist Jubel zu hören. Drei Seniorinnen sitzen in ihren Rollstühlen an einem Tisch und freuen sich über einen gelungenen Treffer. Sie spielen zusammen Fußball und haben sichtlich ihren Spaß. Dabei bewegen sie eifrig ihre Arme und Hände, schließlich gilt es, den Ball ins Tor zu bekommen. Fußball gehöre zu ihren Lieblingsspielen, ist zu erfahren.

Doch die Tovertafel (niederländisch für Zaubertafel), die für diesen Spielspaß sorgt, bietet als Spielekonsole noch viele weitere Möglichkeiten für interessante Aktivitäten und sorgt gleichzeitig für körperliche und geistige Fitness.

„Das Medium ist geeignet bei Menschen mit Demenz, aber auch für alle anderen Bewohner“, ist von Heimleiterin Renate Schlag zu erfahren. Dabei richtet sie ihren Blick auf den Projektor, welcher an der Decke hängt. Durch ihn werden Bilder auf einen Tisch projiziert. Durch Handbewegungen in den Lichtschranken werden die Symbole auf dem Tisch bewegt. So verändern Blumen ihre Größe, Laub kann weggestrichen werden, Seifenblasen nehmen Form an. Zu jedem Spiel ertönen passende Geräusche oder auch Musik, wie beispielsweise beim Geburtstagsspiel. Hier können die Teilnehmer gemeinsam einen Kuchen dekorieren. Ist das Werk vollbracht, wird gemeinsam gesungen. Die angebotenen Spiele und Bilder regen die Sinne an und rufen Erinnerungen wach. So auch bei den Puzzleteilen, die zusammengefügt eine alte Schreibmaschine, ein Fahrrad und andere bekannte Motive zeigen.

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Bewohner und Personal des EVIM Alten- und Pflegeheims Gertrud-Bucher-Haus in Westerburg freuen sich über die Spende einer neuen Tovertafel durch die Else Schütz Stiftung. An der offiziellen Übergabe nahmen Cordula Simmons (von links), Renate Schlag, Dr. Johann Christian Meier, Frank Kadereit, Sabine Ahlschwede-Ziegler und Judith Hommrich (sitzend) sowie der Bewohnerrat teil.

Dank für großzügige Spende
Seit etwa einem Jahr ist die neue Zaubertafel im Einsatz. Gespendet wurde die Tovertafel, die einen Wert von mehr als 8.000 Euro hat, von der Else Schütz Stiftung mit Sitz in Montabaur. Dieser Tage fand die offizielle Übergabe statt. „Mit dem dritten Anlauf“, bekannte Renate Schlag und ergänzte: „Bedingt durch Corona konnten wir einen Übergabetermin leider nicht früher realisieren. Und jetzt fällt der Termin genau in die ‚Woche der Demenz‘, das passt gut!“. So freute sie sich, gemeinsam mit Frank Kadereit, dem Geschäftsführer der EVIM Altenhilfe, Cordula Simmons (Projektkoordinatorin) und Dr. Johann Christian Meier (Geschäftsführer) von der Else Schütz Stiftung begrüßen zu können. An der kleinen Feierstunde nahmen neben den Mitgliedern des Bewohnerrates auch Pflegedienstleiterin Judith Hommrich und Sabine Ahlschwede-Ziegler vom Sozialen Dienst teil.

„Das ist für uns wie Weihnachten und Ostern an einem Tag. Im Namen der Bewohner möchte ich mich für diese großzügige Spende herzlich bedanken. Aus eigenen Mitteln wäre eine solche Anschaffung nicht möglich gewesen“, hob Schlag in ihrer Ansprache hervor. Wie die beiden Vertreter der Else Schütz Stiftung berichteten, haben sie bereits 20 solcher Tafeln verschenkt, davon an zwei Einrichtungen mit behinderten Menschen und zwei Geriatrien. Im Gespräch wurde deutlich, dass das EVIM Gertrud-Bucher-Haus letztendlich den Stein für die Anschaffung dieser Geräte ins Rollen gebracht hatte. „Danke für die tolle Idee!“, äußerte sich Dr. Johann Christian Meier und führte fort: „Wir wünschen den Bewohnern viele schöne Stunden und auch dem Pflegepersonal viel Spaß. Mit der Musik findet man Zugang zu den Menschen“. Dabei stießen alle gemeinsam mit einem Glas Sekt auf eine „gute Nutzung dieses schönen Instrumentes“ an.

Wie von Pflegedienstleiterin Judith Hommrich zu erfahren war, bot die Tovertafel gerade in der Zeit der Pandemie, als die Gruppenangebote eingestellt werden mussten, eine willkommene Abwechslung. Sie werde insbesondere von den an Demenz erkrankten Bewohnern regelmäßig genutzt. Ohne großen Aufwand könne das Gerät auch in einem der Wohnzimmer installiert werden, so dass es auch in anderen Bereichen des Hauses genutzt werden kann. „Die Spiele fördern die Gemeinschaft und die soziale Interaktion“, bestätigte auch Ahlschwede-Ziegler.
Stellvertretend für den Träger bedankte sich Frank Kadereit. „Das ist unsere erste Einrichtung, die ein solches Gerät nutzen kann“, hob er hervor. Dabei lobte er in seiner Ansprache die gute Zusammenarbeit mit der Else Schütz Stiftung, die die Einrichtung auch bei der Brückenpflege finanziell unterstütze. „Das habe ich so noch nicht erlebt. Es ist nicht selbstverständlich und sehr wichtig“, lobte er das gute Miteinander, das den Seniorinnen und Senioren zugute kommt. (Text und Foto: Ulrike Preis)