Mit dem Rollstuhl durch Westerburg

Inklusionsprojekt der Schüler der Freien Montessori-Schule Westerwald

Im Dezember letzten Jahres begaben sich 18 Schülerinnen und Schüler der Freien Montessori-Schule Westerwald, im Praktischen Angebot (Wahlpflichtfach) Sozialkunde, in die Innenstadt von Westerburg, um die Gegebenheiten für gehbehinderte Menschen zu erkunden. Im Unterricht hatten sich alle mit der

Inklusion gehbehinderter Menschen beschäftigt. Es ging um Rechte und Gesetze, Unterstützungsangebote, Arten und Gründe von Behinderungen und die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft. Um zu testen wie gehbehindertenfreundlich Westerburg ist, wurde als Abschluss des Themas ein Spaziergang durch die Stadt unter „besonderen Bedingungen“ geplant und durchgeführt. Das Equipment (Rollstuhl, Rollator und Krücken), um den Schülerinnen und Schülern dieses Experiment zu ermöglichen, wurde dankenswerter Weise kostenfrei  vom Pflegeteam Aartal (Herborn-Seelbach, Lahn-Dill-Kreis) zur Verfügung gestellt.



Nachdem die Planung beendet war und möglichst viele unterschiedliche Gegebenheiten und Situationen (verschiedene Straßen, Verkehrszeichen, Geschäfte etc.)  eingebunden wurden, konnte es losgehen. Auf dem Weg in die Innenstadt konnte man viel Positives erkennen. Die Bordsteine waren an den richtigen Stellen abgeflacht, so dass es keine Probleme beim Überqueren der Straße gab. Außerdem  gab es eine Unterführung, die das Überqueren der Hauptstraße wesentlich erleichterte.

Leider wurden jedoch viele Autos auf dem Bürgersteig geparkt, die diesen für einen Rollstuhl zu schmal machten um ungehindert vorranzukommen. Die Wege in der Innenstadt waren gut ausgebaut und hatten kaum Schlaglöcher, die für schlechtes vorankommen gesorgt hätten.  In der Innenstadt angekommen wurde getestet wie gehbehindertenfreundlich die Geschäfte sind. In die meisten kam man ohne Probleme und auch ohne Rampe hinein. Die Geschäfte, welche Rampen benötigt hätten, hatten leider oft keine.

In den großen Einkaufsmärkten waren die Gänge gut ausgebaut, so dass man sich problemlos bewegen konnte. Man traf auf viel Hilfsbereitschaft, allerdings auch auf komische Blicke, die einen in manchen Situationen verunsicherten.
Insgesamt war es eine interessante Erfahrung, die allen einen Perspektivwechsel, bzgl. der Integration gehbehinderter Menschen, ermöglicht hat.