Projekt Franziskusmesse gewinnt an Fahrt

Der Chorverband Rheinland-Pfalz informiert

Die ersten Sängerinnen und Sänger für den Franziskus-Projektchor wurden bereits ausgewählt. Die Orchesterproben starten Anfang März, nachdem auch die Auswahl der Musiker Mitte Februar erfolgreich abgeschlossen wurde. Kein Zweifel, das gemeinsame Projekt von Chorverband und Landesmusikverband

Rheinland-Pfalz — die „Franziskusmesse“ — nimmt konkrete Formen an.

„Es ist eine bislang einzigartige Kooperation unserer beiden Verbände. Mehr als 50 Musiker und über 100 Sängerinnen und Sänger werden am Nachmittag des 10. November 2017 im Petersdom in Rom die Papst Franziskus gewidmete Messe aufführen“, begeistern sich die beiden Projektmanager und Vizepräsidenten ihrer Verbände, Tobias Hellman vom Chorverband und Hermann Josef Esser vom Landesmusikverband in Rheinland-Pfalz. Tatsächlich wird es im Petersdom einen besonderen eucharistischen Gottesdienst geben, dessen Liturgie musikalisch durch die Franziskusmesse von Sven Hellinghausen getragen wird.

Fotos: Chorverband RLP

Erste Chorproben Ende April
114 Anmeldungen zu den Sänger-Auditions gingen bis zum 31. Dezember 2016 beim Chorverband Rheinland-Pfalz ein. In einem ersten Durchlauf wurde bereits ein Teil der Chorsängerinnen und -sänger ausgewählt, die im November mit nach Rom fahren werden. In Gruppen zu sechs bis zehn Stimmen zeigten die Bewerber ein durchweg hohes Niveau. Keine leichte Entscheidung also für die beiden erfahrenen Chorleiter des Chorverbandes, Michael Rinscheid und Mario Siry. Der nächste Auditiontermin ist Anfang März in Ingelheim. Dann ist der Chor komplett und wird Ende April seinen ersten Probentag haben. Den Kern des Franziskus-Projektchores bilden die 50 Sängerinnen und Sänger vom Chor des Chorverbandes, dem SonntagsChor Rheinland-Pfalz.

Orchester ist bereits in voller Besetzung
Anders als bei den Chorsängern verliefen die Auditions für die Orchestermusiker. Aus über 87 Bewerbern wurden am 11. Februar 65 Musiker ausgewählt. Bemerkenswert: Komponist Sven Hellinghausen, der sich die Aufgabe der Musikerauswahl mit Landesmusikdirektor Bernd Gaudera teilte, komponierte die Franziskusmesse — neben achtstimmigem Chorsatz und Tenorsolo —  ausschließlich für Blech- und Holzblasinstrumente. Dadurch gewinnt die Messe ihren ganz eigenen harmonischen Charakter.  „Mir war es wichtig eine Messe zu komponieren, die später ebenso in kleiner Besetzung, auch nur mit Klavier- oder Orgelbegleitung, aufgeführt werden kann. Nicht jede Kirchengemeinde wird sich die Aufführung mit großem Orchester leisten“, so Hellinghausen in einem Interview.


Eine Kooperation von Chorverband und Landesmusikverband
Das ganze Projekt basiert auf Sven Hellinghausens Idee, eine Messe zu Ehren von Papst Franziskus zu komponieren. „Ich habe die fertige Partitur an den Vatikan gesendet, dort wurde die Messe in verschiedenen Instanzen geprüft und man kam zum Schluss, dass die Messe im Petersdom aufgeführt werden kann.“
Die Präsidien der beiden großen Laienmusikverbände in Rheinland-Pfalz — Chorverband und   Landesmusikverband — zeigten sich begeistert vom Vorstoß des Komponisten und erfahrenen Orchesterdirigenten. Sie unterstützen das Projekt im Rahmen ihrer bestehenden Kooperation. Den beiden Verbänden obliegt nun die Koordination der Chorsänger und Orchestermusiker, der Probenarbeiten sowie die Organisation der Romreise im November und der Konzerte.

Literatur im Selbststudium einüben
Sänger und Musiker haben nun die Aufgabe, bis zu den ersten Proben, die Chor- und Orchestersätze einzustudieren. Denn zu den eigentlichen Proben stehen nur wenige Tage sowie ein gemeinsames Probenwochenende von Chor und Orchester, mit Uraufführung, am 4./5. November zur Verfügung. „Die meiste Arbeit werden die Sänger und Musiker mit dem Selbststudium zu Hause haben. In den Proben soll vor allem am Zusammenklang und den Harmonien gearbeitet werden.“

Weiteres Konzert in Rom
Außer der Franziskusmesse werden auch noch weitere anspruchsvolle Stücke von Chor und Orchester einstudiert, u.a. von Bruckner, Cherubini, Mozart oder Nystedt. Für das Orchester stehen dazu weitere Werke von Kurt Gäble, Alfred Reed, Jan van der Roost oder auch das sinfonische Klangbild „Rhenus 1“ von Sven Hellinghausen auf dem Programm. Denn zusätzlich zur Aufführung der Franziskusmesse im Petersdom, werden Chor und Orchester am 11. November eine konzertante Aufführung der Franziskusmesse, ergänzt um die weitere Literatur, in Roms größter Kirche — Sant’Ignazio di Loyola — geben.

Über den Chorverband Rheinland-Pfalz
Der Chorverband Rheinland-Pfalz wurde 1949 in Koblenz gegründet. Mit über 1.600 Chören sowie rund 100.000 Mitgliedern, davon 40.000 aktiven Sängerinnen und Sängern, ist er der größte Laienmusikverband in Rheinland-Pfalz und gehört zu den fünf größten Landes-Chorverbänden in Deutschland.

Zu den Kernaufgaben des Verbandes gehören u.a.
das Chorsingen für eine breite Bevölkerungsschicht attraktiv zu machen;
des Singen in Schulen und Kindergärten zu fördern;
das Bereitstellen von Angeboten zur Aus- und Fortbildung sowie der Qualifizierung für Chorleiter/-innen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen;
das anbieten vielfältiger Weiterbildungsmöglichkeiten für Sängerinnen und Sänger;
das Durchführen von Leistungs- und Bewertungssingen für Chöre;
die Beratung von Sänger/-innen, Chorleitern und Chören in rechtlichen und musikfachlichen Fragen;
Öffentlichkeitsarbeit zu und die Förderung von chorischen Veranstaltungen sowie Fundraisingkampagnen zur Förderung und weiteren Unterstützung des Chorgesanges
das Verankern des Chorsingens als wichtiges Kulturgut in der Bevölkerung.

Der Chorverband Rheinland-Pfalz strebt stets die enge Zusammenarbeit und intensive Kommunikation mit öffentlichen und öffentlich-rechtlichen Institutionen sowie Chorverbänden und Chören an. Derzeitiger Präsident des Chorverbandes Rheinland-Pfalz ist Karl Wolff.

Über den Landesmusikverband Rheinland-Pfalz
Der Landesmusikverband Rheinland-Pfalz, mit Sitz und Geschäftsstelle in Schweich bei Trier, vertritt 812 Blasmusikvereine mit rund 33.000 aktiven Musikerinnen und Musiker. Rund 50 Prozent sind jünger als 27 Jahre.

Dem LMV angegliedert ist die Landesmusikjugend (LMJ), die eine eigene Jugendordnung und einen Vorstand hat. LMJ-Vorsitzende ist Karin Wänke. Die LMJ beschäftigt einen eigenen Jugendbildungsreferenten, Erik Meisberger. Ein Arbeitsschwerpunkt der LMJ war im letzten Jahr die Beratung der Vereine bei der Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes.

LMV und LMJ betreiben ein eigenes erfolgreiches Lehrgangswesen. In den vergangenen Jahren konnten jährlich ca. 1.000 Musikerinnen und Musiker die C- und D-Lehrgangsreihe besuchen. Zurzeit wird eine neue Ausbildungsreihe, der „E-Check“ für Kinder ab 6 Jahren, entwickelt. Man setzt auf eine frühe qualifizierte Heranführung an die Blasmusik. Die Lehrgangsreihen werden von Mitteln des LMV, der LMJ und der Glücksspirale finanziell unterstützt. Der LMV gehört zu den „Destinatären“ der Glücksspirale.